FDP.Die Liberalen
Wetzikon
Ortspartei Wetzikon
09.02.2018

Engagiertes Podiumsgespräch mit Stadtrats-Kandidatinnen und -Kandidaten

Als Auftaktveranstaltung lud die FDP Wetzikon fünf Stadtratskandidatinnen und -kandidaten zu einem Podiumsgespräch in die «Alte Turnhalle» in Wetzikon ein. Das Gespräch wurde von Dorothe Kienast moderiert, ein Themenschwerpunkt war die «Vereinbarkeit von Beruf und Familie». Die Kandidatinnen und Kandidaten zeigten auf, welche konkreten Vorstellungen sie von den Aufgaben in der Stadtregierung haben. In der Tendenz waren die Aussagen noch stark auf «Schönwetter» ausgelegt. Im Verlauf des lebendigen Diskussionsabends wurden aber auch unterschiedliche Rezepte in der Verkehrs-, Finanz- und Energiepolitik deutlich.

An unserem Podiumsgespräch vom 08.02.2018 kamen verschiedene Themen «auf den Tisch». Der Schwerpunkt des Gesprächs, das von Dorothe Kienast von dok-kommunikation moderiert wurde lag bei der «Vereinbarkeit von Beruf und Familie». Aber auch aktuelle Herausforderungen im Verkehr, in der Bildung und der Energie sorgten für interessante und lebendige Diskussionen.

Zum Gespräch in der «Alten Turnhalle» hat die FDP 5 Kandidatinnen bzw. Kandidaten für den Stadtrat oder das Schulpräsidium eingeladen:

  • Jürg Schuler, FDP Wetzikon
  • Susanne Sieber, FDP Wetzikon
  • Pascal Bassu, SP Wetzikon
  • Christoph Wachter, SP Wetzikon
  • Margrith Wahrbichler, FLW Wetzikon

Konsens herrschte in der Meinung, dass die Verantwortung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei 3 bis 4 Anspruchsgruppen liegt: Familie, Unternehmen, Stadt und auch bei den Gewerkschaften - dies im Kontext der Sozialpartnerschaft. Es gilt an Flexibilität zuzulegen, beispielsweise bei den Präsenzzeiten am Arbeitsplatz, bei den Arbeitszeiten sowie den Anstellungsbedingungen. In der zunehmend digitalen Welt ist die Akzeptanz von Home- bzw. Remote-Office in den Unternehmen immer noch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Auch die Reisezeiten der Pendler sind immer noch zu homogen, was zu entsprechenden Spitzenbelastungen und Staus führt. Viele kleine Schritte sind in dieser gesellschaften Entwicklung wichtig, so erläuterte Susanne Sieber, wie die Stadt Wetzikon mittels Teilzeit-Pensen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert: «Seit ich im Stadtrat bin, wurde in meinem Ressort keine Stelle mehr nur als 100%-Stelle ausgeschrieben».

Tagesschule als Angebotsergänzung

Diskutiert wurde auch die Schaffung einer Tagesschule. Dazu gab es erklärende Aussagen von Jürg Schuler: «Die Tagesschule ergänzt unser Angebot mit den Tagesstrukturen.» Bei der Tagesschule wird vom Schulpräsidiums-Kandidaten ein schrittweises Vorgehen vorgeschlagen: Nach der Bedarfsklärung folgt die Angebotsdefinition kombiniert mit dem Finanzierungsmodell, damit kann geklärt werden, welche Anspruchsgruppe sich wie beteiligen muss. Die Einführung und der Betrieb einer Tagessschule erfordern auch eine regelmässige Evaluation, um sich ändernde Bedürfnisse rasch zu erkennen und reagieren zu können. Beim Thema der Schulkosten lag der Fokus rasch auf der Sonderpädagogik. «Bei der Sonderpädagogik müssen wir den Bedarf im Einzelfalls und damit die Kosten insgesamt besser in den Griff bekommen.», erläuterte Jürg Schuler.

Wetzikon setzt Prioritäten im Verkehr

Als die Moderatorin dann zum Themenbereich Verkehr wechselte, schilderte Susanne Sieber die aktuelle Vorgehensweise in der Entwicklung der übergeordneten Verkehrsflüsse. Sie brachte als erfahrene Stadträtin Transparenz zur laufenden Arbeit im Verkehrsthema ein und zeigte auf, wie die diese Herausforderung mit dem Kanton bearbeitet wird. Dabei ist es zentral, dass auch die Interessen von Wetzikon klar zur Sprache gebracht werden: «Wir diskutieren 9 Möglichkeiten und bringen dabei unsere eigenen Prioritäten ein - diese gilt es dann mit dem Kanton abzugleichen.»

Unterschiedliche Rezepte für Stadtwerke und Energiepolitik

Das neue Energiegesetz fordert unsere Stadtwerke mittelfristig stark - ein Treiber ist die zunehmend dezentrale Produktion von Energie. Die Organisation und Rechtsform der Stadtwerke sind zur Zeit auf Basis eines FDP-Vorstosses in Bearbeitung. Jürg Schuler erläuterte verschiedene funktionierende Beispiele mit Betrieben in anderen Rechtsformen. Von Pascal Bassu und Christoph Wachter wurden folgende Positionen eingebracht: «Eine öffentlich/rechtliche Anstalt ist für die Stadtwerke eine mögliche Diskussionsbasis», bei der Energiewende stehen aus Sicht der SP «die Fördermassnahmen im Vordergrund». Aus freisinniger Sicht ist dieser Fördergeldansatz falsch - die FDP wird diese unterschiedlichen Haltungen diskutieren und tragfähige Lösungen entwickeln. Ein wesentlicher Hebel in Bezug auf die Energiewende liegt aus freisinniger Sicht in der energetischen Sanierung von Gebäuden. Unterstrichen wurde von Susanne Sieber auch die Wichtigkeit des aktuellen Gestaltungsprozesses in der Energiepolitik. Die Aufsicht über die Stadtwerke und die Festlegung/Umsetzung der Energiepolitik sollen in Zukunft in unterschiedlichen Gremien erfolgen. Der Stadtrat erarbeitet hier auf Basis einer breit abgestütztten Motion Vorschläge und wird diese dem Gemeinderat vorlegen.

Regieren in anspruchsvollen Zeiten

Das Podiumsgespräch war die erste Veranstaltung im Wetziker Wahlkampf - die Kandidatinnen und Kandidaten waren mehrheitlich auf ein schöneres bzw. besseres Wetzikon ausgerichtet. Von Stephan Weber aus dem Publikum wurde dann die Frage gestellt, wie in anspruchsvollen Zeiten und schwieriger Finanzlage regiert werden würde. Von Jürg Schuler wurde sofort eingebracht, dass bei der Schule nicht gespart werden dürfe - aber beim Strassenbau gibt es Potenzial, insbesondere bei den Tempo 30-Zonen. Aus Sicht von Jürg Schuler «reichen zwei Tafeln aus», eine ähnliche Meinung vertrat auch Christoph Wachter von der SP - er meinte «dass bei den Unterhaltsarbeiten noch Spartmöglichkeiten vorhanden sind». Aus Sicht Susanne Sieber ist es auch wichtig, «nicht blind Qualitätsstandards zu berücksichtigen» sondern diese situativ zu berücksichtigen und auch zu reduzieren.

Gespräch in Wohnzimmer-Atmosphäre

Das Podiumsgespräch wurde in dezenter Wohnzimmer-Atmosphäre durchgeführt - nur das Kaminfeuer fehlte. Die Kandidatinnen und Kandidaten konnten für das Gespräch auf bequemen, individuellen Sesseln von «interni Raumkonzept, Wetzikon» Platz nehmen. Im Anschluss an das Gespräch konnte sich die Besucher bei einem reichhaltigen Apéro austauschen und die Beziehungen pflegen.


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