Updates aus dem Parlament 01.07.2026
Die Wahl der Kommissionen – unser Sichtpunkt
Ein langer Abend, ein klares Ergebnis
Die konstituierende Sitzung des Wetziker Parlaments vom 2. Juni 2026 liess an Dramatik nichts zu wünschen übrig: 20 Traktanden auf der Liste, gerade einmal 12 abgehandelt, und ein Ende der Sitzung kurz vor Mitternacht. Wer dabei war – oder den Bericht im Zürcher Oberländer gelesen hat – weiss: Es war kein gewöhnlicher Parlamentsabend.
Im Zentrum des Grabenkampfes stand die Besetzung der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und der Fachkommission I (FK I). Die SP manövrierte ihren eigenen Kandidaten Sven Hanselmann nach mehreren Wahlgängen und einem Losentscheid in die FK I – zu Lasten unseres Kandidaten Michael Hirzel, der damit in der RPK landete. Die SVP tobte, stellte einen Rückkommensantrag, der schliesslich dazu führte, dass Sven Zollinger im Nachhinein doch RPK-Präsident wurde, und der Abend entwickelte sich – in den Worten des ZO – zu einem regelrechten Theater.
Unsere Haltung dazu
Wir nehmen das Ergebnis sportlich. Kommissionsposten werden nicht für immer vergeben, und die eigentliche Parlamentsarbeit – das Ringen um gute Lösungen für Wetzikon – beginnt jetzt erst. Wichtiger als einzelne Sitze ist für uns, dass wir die Legislatur 2026-2030 konstruktiv, mit klaren liberalen Positionen und im Interesse aller Wetziker:innen angehen.
Wo die FDP-Fraktion vertreten ist
Hier eine Übersicht über unsere Vertreterinnen und Vertreter in den Kommissionen und der Geschäftsleitung:
Sven Zollinger Rechnungsprüfungskommission (RPK) – Präsident
Michael Hirzel Rechnungsprüfungskommission (RPK) – Mitglied
Gian-Luca Weber Fachkommission I (FK I) – Mitglied
Thomas Ineichen Fachkommission II (FK II) – Mitglied
Julia Wüst Stimmenzählerin & Mitglied der Geschäftsleitung
Wir sind gut aufgestellt und bereit, in allen Gremien die liberalen Werte zu vertreten – sachorientiert, konstruktiv und mit Blick auf das Wohl der Stadt
Die neue Legislatur kann starten!
Es ist soweit: Das Parlament Wetzikon hat sich für die Legislatur 2026-2030 konstituiert, und wir – die FDP-Fraktion – sind bereit. Bereit für sachorientierte Debatten, bereit für konstruktive Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg, und bereit, Wetzikon mit konkreten liberalen Impulsen voranzubringen.
Die erste Parlamentssitzung hat gezeigt: Der politische Wille, Wetzikon aktiv zu gestalten, ist in allen Fraktionen spürbar. Auch wenn es an jenem Abend manchmal hitzig zuging – am Ende sitzen wir alle im gleichen Boot. Wir haben dieselbe Stadt, dieselben Quartiere, dieselben Herausforderungen.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit allen Fraktionen – der SVP/EDU, der SP, den Grünen und der EVP/GLP/Mitte-Fraktion (Brücken-Fraktion). Gute Politik gelingt dort, wo man Differenzen offen austrägt, aber gemeinsam nach den besten Lösungen sucht. Dafür stehen wir.
Für uns als FDP gilt: Wir bringen unsere liberale Haltung in jede Kommission, in jede Debatte und in jede Abstimmung ein. Wetzikon soll eine Stadt bleiben, in der es sich lohnt, zu wohnen, zu arbeiten und sich zu engagieren.
Auf die nächsten vier Jahre – wir legen los.
Postulat «Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt»
Das Parlament hat das Postulat «Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt» an den Stadtrat überwiesen. Ziel ist es, die Situation in Wetzikon genauer zu analysieren und aufzuzeigen, wie viele WetzikerInnen in den vergangenen Jahren Schutz oder Unterstützung durch Frauenhäuser und Beratungsstellen in Anspruch genommen haben und ob bestehende Unterstützungsangebote den Bedarf decken. Es werden damit noch keine zusätzlichen Gelder gesprochen, sondern zunächst Fakten erhoben.
Die FDP-Fraktion hat das Postulat unterstützt. Häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt sind ein ernstes Sicherheitsproblem: Gemäss Bundesamt für Statistik registrierte die Polizei 2025 schweizweit 22’066 Straftaten im häuslichen Bereich – ein Anstieg von 4,4 % gegenüber 2024. Rund 70 % der geschädigten Personen sind Frauen. Zudem ereigneten sich 61,8 % aller vollendeten Tötungsdelikte im häuslichen Bereich.
Mit der Überweisung setzen wir ein klares Zeichen: Gewalt hat in Wetzikon keinen Platz. Gleichzeitig ist es uns wichtig, politische Entscheide auf Fakten zu stützen. Bevor über mögliche finanzielle Beiträge oder weitere Massnahmen entschieden wird, sollen die tatsächlichen Zahlen und Bedürfnisse in Wetzikon transparent erhoben werden. Nur so können wir gezielt und verantwortungsvoll handeln.
Julia Wüst (juliawuest@bluewin.ch)
Parlament unterstützt Baukredit für neue Kindergärten
Das Parlament hat den Baukredit von 16,2 Mio. Franken für die Ersatzneubauten der Kindergärten Baumgarten, Kempten, Goldbühl und Egg verabschiedet, womit das Geschäft voraussichtlich im November an die Urne kommt. Die bestehenden Gebäude aus den 1960er-Jahren weisen einen hohen Sanierungsbedarf auf und entsprechen weder energetisch noch räumlich den heutigen Anforderungen.
Das Siegerprojekt sieht dasselbe Layout an allen Standorten vor und pro Standort können bis zu vier Kindergärten realisiert werden. Nach der Rückweisung des ersten Baukredites im Jahr 2023 wurde die Planung überarbeitet und die Kosten durch eine vereinfachte Bauweise sowie Anpassungen bei Technik und Konstruktion reduziert.
Das Parlament anerkennt die vorgenommenen Verbesserungen. Das Kostenziel wurde nicht vollständig erreicht, jedoch kommt das Parlament zum Schluss, dass ein Neustart der Planung kaum zu einem günstigeren Ergebnis führen würde. Mit dem vorliegenden Kredit werden Räume für 11 Kindergartenklassen realisiert.
Sven Zollinger (info@sven-zollinger.ch)
Parlament sagt ja zum Zusatzkredit Sanierung GZO Spital Wetzikon
Am 30. November 2025 haben die Stimmberechtigten der Aktionärsgemeinden ein klares Zeichen gesetzt: Mit über 70 % Ja-Stimmen – in Wetzikon herausragenden 81,93 % – bekannten sie sich deutlich zum Erhalt des GZO Spitals als zentrales Grund- und Notfallversorgungszentrum. Dieses starke Votum der Wetziker Bevölkerung verdient besondere Beachtung und unterstreicht die grosse regionale Bedeutung des Spitals.
Das Sanierungskonzept basiert auf Restrukturierung, Schuldenschnitt und einer Kapitalerhöhung von 50 Mio. Franken. Durch die Ablehnung in Bubikon entstand eine Finanzierungslücke von 3,12 Mio. Franken.
Als Standortgemeinde trägt Wetzikon besondere Verantwortung gegenüber Bevölkerung und Gewerbe; zudem ist das GZO der grösste Arbeitgeber unserer Stadt. Die FDP-Fraktion unterstützt das Sanierungskonzept klar und betont die Bedeutung einer stabilen Gesundheitsversorgung im Zürcher Oberland.
Der Minderheitsantrag wurde damit begründet, dass eine deutlich kleinere Reserve von 250’000 Franken – rund 30 % – ausreichend sei, wie auch Sven Zollinger (FDP) im Namen der RPK ausführte.
Das Parlament folgte schliesslich dem Antrag der RPK sowie der Minderheit der Fachkommission II und genehmigte einen Zusatzkredit von 1,1 Mio. Franken anstelle der ursprünglich vorgesehenen 2,4 Mio. Franken.
Damit konnte die notwendige Gesamtsumme von 50 Millionen Franken erreicht werden. Es ist zu hoffen, dass die Gläubigerversammlung dem Nachlassvertrag zustimmt und so das Fortbestehen des Spitals langfristig gesichert werden kann.
Thomas Ineichen (info@thomas-ineichen.ch)
Interpellation zu Schmierereien und Fussballgraffitis in Wetzikon
Die FDP hat eine Interpellation zur zunehmenden Zahl von Schmierereien und insbesondere Fussballgraffitis in Wetzikon eingereicht. Betroffen sind sowohl öffentliche Anlagen als auch private Liegenschaften. Besonders auffällig ist die Situation in der Bahnhofunterführung, wo sich entsprechende Sachbeschädigungen häufen.
Die Fraktion fordert vom Stadtrat eine Einschätzung der aktuellen Entwicklung sowie Angaben zu statistischen Daten über die Vorfälle. Zudem möchte sie wissen, welche Massnahmen die Stadt zur Bekämpfung und Entfernung von Schmierereien ergreift und welche präventiven Ansätze – etwa bessere Beleuchtung, Videoüberwachung oder eine verstärkte Polizeipräsenz – geprüft werden.
Weitere Fragen betreffen mögliche Zusammenhänge mit Fussballveranstaltungen, die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden und Sicherheitsorganisationen sowie den Austausch mit Fussballclubs und Fanorganisationen. Schliesslich verlangt die Interpellation Transparenz über die jährlichen Kosten für die Beseitigung der Schäden und darüber, in welchem Umfang diese den Verursachern angelastet werden können.
Die Interpellation wurde von mehreren Fraktionen mitunterzeichnet.
Sven Zollinger (info@sven-zollinger.ch)